Kehler Militärtunnel 1849
Lage-Sondierung mit 2D Widerstands-Messungen

März – Mai 2010
Im Frühling 2010 wuchs unser neues Projekt: Die oberirdische Vermessung des unter der Stadt Kehl verlaufenden Militärtunnels von 1848 mit Geoelektrik.

Abb.1: Kehler Militär-Tunnel 1848 (Längenangabe 70m ist falsch)

Abb.2: Kehler Militär-Tunnel, etwa 1,9m hoch und 1,20m breit

Abb.3: Werkstatt-Räume, verbunden mit südlichem Tunnel


Der unterirdische Gang diente dazu Truppen entlang des Rheins unsichtbar zu verschieben. Der insg. 550 Meter lange Gang ist am Südende nahe der Villa Schmidt zu 50m begehbar. Dann ist er durch den Bau der B28 unterbrochen. Die dahinter liegenden 500m des Ganges sind seit dem 2. Weltkrieg verschlossen. Und es sind neben einer groben Skizze keine Aufzeichnungen bekannt, wo genau der Gang verläuft. Im Norden endet der Tunnel im Keller des alten Wachhauses, wo er zugemauert ist.

Abb.4: Nördliches Gang-Ende im Keller des alten Wachhauses, zugemauert


Unser AG-Team machte es sich zum Ziel, den exakten Verlauf des unzugänglichen Tunnel-Bereichs oberirdisch zu vermessen.

Messkampagne – Widerstands-Tomographie und Induzierte Polarisierung
Messung 01


Abb.5: Messung 01, Lage nahe Villa Schmidt.

Diese Messung verläuft unter dem bekannten Tunnel. Wir testen, wie gut er zu messen ist und welche Daten er zeigt. Diese Erfahrungswerte deinen der Kalibrierung der Messanlage bei Messungen, wo die Lages des Tunnel unbekannt ist.

Abb.6: Messung 01

Abb.7: Messung 01; Datenerfassung (Jerome, Sophie, Stefan, Alper)

Abb.8: Messung 01.

Profile: Neben Tunnel und Werkstatträumen wurde rechts wahrscheinlich ein isolierter Bunkerraum detektiert, für den es Quellen gibt. Die große IP-Anomalie verweist auf ein längliches, real etwa 1-1,5m breites Metallobjekt, möglicherweise ein Fahrzeug oder Blindgänger.

Messung 02


Abb.9: Messung 02. Lage etwa 10m nördlich von Messung 01. Diese Messung ist eine weitere Kalibrierungsmessung um zu sehen, wie sich der Tunnel in größerer Tiefe messen lässt.

Abb.10: Messung 02

Abb.11: Messung 02

Abb.12: Messung 02, Profile.

Tunnel und Werkstatträume wurden zu einer Daten-Zone verschmolzen; das wenige Zwischenmaterial zwischen beiden Objekten wurde nicht abgebildet; eine Differenzierung beider Objekte hätte möglicherweise durch ein kleineren Elektroden-Abstand und einen array mit höherer Datendichte erreicht werden können. Die metallische Anomalie in Messung 01 wurde durch laterale Stromschleifen „angerissen“. Noch klarer erkennbar als in Messung 01 sind in Messung 02 die rechteckigen Umrisse des hypothetischen Bunkerraumes, rechts. 

  

Abb. 13: Johanna mit Maßband

 

Messung 03


Abb.14: Messung 03, Lage 8m südlich des Wachhauses, in dessen Keller der Gang endet. Hier ist die genau Lage des Ganges unbekannt. Mit richtig kalibrierter Messanlage wird der Tunnel sauber geortet. Ein verschütteter Hohlraum im rechten Teil des Profils kann vermutet werden.   

Messung 03 lässt erkennen, dass der Gang südwärts in die Nähe der Hafenstraße zieht. Um seinen weiteren Verlauf zu messen, müssten wir die Elektroden-Kette der Mess-Apparatur über die Straße bauen. Da wir trotz Spezial-Vorrichtung keinen Strom in blanken Asphalt bekommen, war es leider nicht möglich den Gang mit weiteren Mess-Schritten zu verfolgen.

Grabung
Unser Wunsch, Teile der Tunnel-Anlage frei zu graben, konnte aus versicherungstechnischen Gründen leider nicht realisiert werden. Wenigstens konnten einige frei liegende Gegenstände im Tunnel sichergestellt werden.


Abb.15: Links: Bierflasche der 1810-1989 bestanden Brauerei Wagner aus Mutzig/Elsass; rechts: Stahlschale, wahrscheinlich aus den Weltkriegen zu technischen Zwecken

 

Zeitungs-Berichte

Sophie Mätz, Referentin für die Kehler Befestigungsanlage:
Historisches
[Text folgt]